Blog Image

Team O.i.D. auf Reisen

Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag22

Sardinien 2015 Posted on Tue, January 12, 2016 18:30:42

Tag
22: 22.05. 334km (4896km)

Abfahrt 9:30 Uhr

-Saulgrub – Landsberg Lech – Augsburg – Eichstädt –
Beilngrieß – Neumarkt i.d.Opf.-Sulzbach-Dahoam

Geschlafen haben wir sehr gut
im “Bayrischen Paradies”. Beim Blick aus
dem Fenster lässt sich feststellen, die Straße ist noch nass, aber von oben
trocken. Bis es los geht, ist ja noch etwas Zeit. Ganz in Zivil geht es erst
mal zum Frühstück. Ein einfaches, aber gutes Buffet steht schon bereit. Wir
bekommen sogar frisch gemachtes Rührei mit Speck. Kurz vor dem Gehen bringt uns
die Frau noch zwei Tüten. In einer sind schon zwei Äpfel. In die andere sollen
wir uns noch belegte Semmeln für den Tag einpacken. Super! Anschliessend auf`s
Zimmer und packen. Als wir unsere Packtaschen und den Seesack runter zum
Motorrad schaffen, steht schon der Wäschekorb mit den getrockneten Sachen
parat. Sogar die Visiere von unseren Helmen sind geputzt. Nach dem Alles an
seiner Stelle ist, hülle ich Kristina erst mal wieder in die Regenkombi, in der
Hoffnung das die noch dicht ist. Es hat zwar aufgehört zu Regnen, doch die
Straße ist noch nass und die Temperatur noch ziemlich frisch. Beim Versuch in
meine Regenhaut zu schlüpfen, gibt das Ding seinen Geist ganz auf. Also gleich
in die Tonne damit. Ist ja nur noch Heute.

Tatsächlich, um so weiter wir
von den Bergen
weg kommen, desto besser wird das Wetter und auch wieder wärmer. Kurz bevor wir
Augsburg
erreichen, machen wir noch mal einen kleinen Stopp. Die Regenklamotte kann erst
mal von Kristina runter. Der Himmel ist mittlerweile freundlich. Auf der
Umgehungsstraße ist dann Stau. Es geht nichts mehr vorwärts. Glücklicherweise
ist vor uns gerade eine Abfahrt, die wir einschlagen. Da geht es dann zu wie in
einem Ameisenhaufen. Es ist die Hölle los. Jeglicher Versuch, in die von uns
gewollte Richtung zu kommen, endet an einer Umleitung. Wir brauchen fast
geschlagene zwei Stunden durch die Stadt. Und zwar nicht London,
sonder Augsburg!
Ein Stück danach wird uns klar, warum überall Straßen gesperrt waren. Wir
kommen durch einige Ortschaften wo noch die Schäden des Sturms zusehen sind.

Es ist mittlereweile
Nachmittag als es uns nach Eichstädt verschlägt. Dort
halten wir an der Hauptstraße an einer Eindiele. Es gibt Milchkaffee und Eis.
Auf der Strecke nach Greding ist mal wieder eine Straße gesperrt. Das Ganze
wird von uns aber nicht auf der Umleitung umfahren, sondern auf schönen
Schleichwegen.

In Beilgrieß müssen wir mal
wieder Tanken. Da gibt es dann auch unsere belegten Brötchen zu Essen.

Über Neumarkt geht es dann
weiter nach Lauterhofen. Kurz danach machen wir noch mal einen Abstecher ins
Grüne, um Pause zu machen. Langsam wird uns bewusst, dass unsere tolle Reise zu
Ende geht.

Gelandet in Burggrub erstmal
“Hallo”und Kaffee trinken.

Wir sind Dahoam, was der beste Anfang zum wegfahren
ist!;-)



Tag21

Sardinien 2015 Posted on Tue, January 12, 2016 18:27:07

Tag
21: 306km (4562km)

Abfahrt 9:30Uhr

-Rovereto-Brenner Paß-Innsbruck-Scharnitz-Garmisch-Saulgrub-

Die Nacht haben wir gut
verbracht. Auch wenn es etwas ungewohnt ist, nach dem Aufwachen nicht mehr im
Zelt zu liegen. Beim Blick aus dem Fenster scheint sogar ein wenig die Sonne.
Kleiden uns erst mal zivil und gehen zum Frühstücken. Es wartet ein großes
Buffet darauf geplündert zu werden. Danach wieder Sachen packen und auf dem
Moped verstauen. Die Regenkombis haben wir erst mal weggepackt. Was sich als
reichlich optimistisch herausstellt, denn gerade als wir startklar sind,
beginnt es wieder zu Regnen. Da der Himmel nördlich aber etwas besser aussieht,
wollen wir es ohne Gummihaut versuchen. Keine fünf Minuten später hört es auch
schon auf und die Straße ist auch wieder trocken.

Sind schon auf das
Wetter am Brenner gespannt. Die Wirtsleute haben uns berichtet, gestern war der
Brennerpaß wegen Schneefall sechs Stunden gesperrt! Wir lassen uns überraschen.
Der Wind hat wieder ein wenig nachgelassen. Auf der Höhe von Bozen sieht man
die ersten, fast bis auf Etschtal Höhe verschneiten Berge. Auch der Himmel wird
immer grauer und die Wolken hängen tiefer. Bei Brixen machen wir noch mal
Pause, um wenn nötig, auf einen Ritt bis Innsbruck
durch zu kommen. Da der Regen schon fast zu riechen ist, fällt auch die
Entscheidung leicht, die Regenkombi drüber zu ziehen. Es wird auch langsam
frisch. Unser Thermometer zeigt noch 12 Grad. Ab Sterzing beginnt es dann zu regnen
und die Straße verschwindet in der Ferne in den Wolken. Oben am Paß liegen dann
wirklich 20 Zentimeter Schnee neben der Straße und es hat noch FÜNF GRAD! Wir machen nur einen kurzen
Fotostopp und dann geht es weiter.

Da die Nordrampe flacher
abfällt, dauert es länger bis die Temperatur wieder annehmbar wird. Langsam
kriecht die Kälte auch durch die Klamotten. Die letzten zwei Wochen haben wir
uns fast täglich gefragt, ob es Sinn macht, Thermounterwäsche bei teils 30 Grad
spazieren zu fahren. Ich muss sagen, es macht Sinn! Heute sind wir um jedes
Kleidungsstück froh. Kurz vor Innsbruck
werden die Temperaturen wieder angenehmer und das Wetter etwas freundlicher. In
der Stadt, bei einem amererikanischen Spezialitätenrestaurant, machen wir
Pause. Ein wenig auftauen und das kostenlose W-Lan für den Wetterbericht
nutzen. Doch der meint, es wird wieder naß werden. Wir entschliessen uns, die
selbe Route von der Herfahrt einzuschlagen und so geht es nach Scharnitz. An
der letzten Tankstellle in Österreich machen wir noch mal voll. Nach dem Stopp
schüttet es wieder wie aus Eimern. Und da ist es auch wieder! Bei niedriger
Drehzahl fängt der Motor wieder an zu stottern und man muss aufpassen, dass er
nicht ausgeht. Das nervt! Kurz hinter der Grenze rollen wir in eine kleine
überdachte Tankstelle, um nach dem Moped zu sehen. Kristina verschwindet ohne
Ansage im Laden und bringt erst mal zwei heiße Kaffee! Super Idee!

Mittlerweile lässt mich der Gedanke nicht
los, die Motoraussetzer hängen mit Zündung und Wasser zusammen.
Hmmmm…….Kontaktspray! Also ich rein in den kleinen Laden der Tankstelle und
frage den netten Herrn hinter der Kasse. “ Schau mal in dem Regal hinter dir,
da könn´st was finden!” Und siehe da, eine kleine Sprühdose Kontaktspray.
Draußen am Moped flute ich erst mal alles damit was irgendwie mit der Zündung
oder Lichtmaschiene zu tun hat. Weiter geht es nach Garmisch. Teils regnet es
wieder heftig, aber das Motorrad scheint zu laufen. Nach dem Ortsausgang biegen
wir Richtung Oberammergau
ab. Es regnet natürlich immer noch und so geht es gemächlich den Berg hinauf.
Und urplötzlich rutscht mir wieder das Hinterrad weg. Diesmal in einer
Rechtskurve. Es kommt zum Glück kein Gegenverkehr und wir kommen vor dem hohen
Bordstein auf der anderen Seite zum stehen. VERDAMMT! Der Belag ist wieder
völlig schmierig. Heben unseren Grempl erst mal auf und schieben an den
Straßenrand. Kristina hat sich anscheinend die Hand etwas angeschlagen, meint
aber, es sei alles in Ordnung. Bei mir ist weiter nichts, nur das Regengewand
hängt etwas in Streifen. Naja, am Moped hat sich die rechte Seite jetzt der
Linken angepasst und die rechte Packtasche ist auch durch! Sch…..!!!! Wir
fahren weiter. Ein paar Ortschaften später halte ich noch mal, um zu
beratschlagen.

Da uns die gestrige
Zimmersuche als durchnässte Motorradfahrer noch gut in Erinnerung ist, beginnen
wir langsam damit. In Saulgrub sehen wir von der Hauptstraße aus eine Pension.
Fahren auf deren Parkplatz und Kristina geht schon mal rein, während ich am
Moped warte. Müssen ja bestimmt gleich weiter. So auf dem Motorrad im Regen
sitzend lese ich einige Schilder. Da steht überall was mit Sinne frei machen
und Meditation und Bayrisches Paradies?! Kristina kommt wieder raus und
hinterher schon die Wirtsfrau mit einem Wäschekorb für unsere nassen Sachen!
Super! Nachdem ich abgepackt habe und uns aus den Regenkombis befreit, kann ich
sogar in einer Garage parken. Die Leute hier sind herzlich freundlich, aber
alle irgendwie so, als könnte man ihnen ein Löschblatt unter den Füßen durchziehen.
Egal, wir bekommen den Zimmerschlüssel und auch die Sauna wird extra für uns
angeheizt. Erst mal heißt es unsere nassen Sachen auf der Bude aufzuhängen.
Danach nehmen wir die Einladung mit der Sauna gerne an. Tut richtig gut nach so
einem Tag.

Zum Abendessen gehen wir ins
hauseigene Lokal. Das Essen dort ist
richtig gut und auch reichlich. Immer wieder kommen kleine Aufmerksamkeiten aus
der Küche. Sogar ein selbstgebrannter Bierschnaps wird uns noch spendiert.
Sitzen noch eine ganze Weile, unterhalten uns mit den Hausleuten und den
anderen Gästen. Ein angenehmer Aufenthalt bis jetzt. Am Zimmer schreib ich noch
meine Hausaufgaben bevor wir müde und satt ins Bett fallen.

Wieder aller Hand erlebt heute!



Tag20

Sardinien 2015 Posted on Tue, January 12, 2016 18:21:14

Tag
20: 20.05. 416km (4256km)

Abfahrt 7:30Uhr

-Livorno-Pisa-Firence-Bologna-Modena-Verona-Rovereto-

Die Kabine hat sich wieder
gelohnt. Kurz bevor der allgemeine Weckruf los geht, schaukelt der Pott etwas
und ich wache auf. Bei der Innenkabine hat man ja keine Fenster, aber der
Seegang lässt nicht auf all zu gutes Wetter hoffen. Kurz vor der Ankunft gehen
wir noch auf das Seitendeck. Die Wolken hängen tief am Himmel. Es ist aber trocken
und mild. Beim allgemeinen Rennen vom Schiff sind wir das erste Motorrad, das
von Bord geht. Machen uns auch gleich auf den Weg raus aus dem Hafen Richtung
Pisa. Genau, da war doch noch was! Am Ortseingang fällt uns auch gleich wieder
das Schild mit dem schiefen Turm ins Auge. Zeit sollten wir auch dafür haben.
Es ist ja noch früh am Morgen. Die Beschilderung reicht natürlich wieder nur
eine Kreuzung weit. Im kleinsten Dorf im nirgendwo steht ein Wegweiser nach
Rom, aber eine Sehenswürdigkeit in einer Stadt können die echt nicht
ausschildern! Der morgendliche Berufsverkehr trägt auch dazu bei, dass wir bald
keine Lust mehr auf Suchen haben und fahren nach Luca. Kurz nach Pisa halten wir noch für
einen Tankstopp. Im Laden holen wir uns auch noch einen Kaffee, es gab ja noch
keinen. Die Route auf der SS12 durch die Berge würde uns eigentlich besser
gefallen. Doch die Wolken hängen immer tiefer und sind auch schon ganz dunkelgrau.
Als es dann auch noch zu Regnen beginnt, ist das Thema eh vom Tisch. Mist, nach
zwei Wochen schönem Wetter dann doch in die Regenkombi. Das es fast keine
vernünftige Möglichkeit gibt die Berge auf der Landstraße zu umfahren, biegen
wir bei Luca gegen all unserer Einstellung auf die Autostrada.

Auf der Höhe von Firenze gibt es erst mal Frühstückspause. Es scheint im
Moment so, als ob wir ein wenig Vorsprung vor dem Regen haben. Doch kaum fertig
fängt es wieder an zu tröpfeln. Der Blick in die Berge hört schon ganz weit
unten auf, da die Wolken so tief hängen. Kurz vor Bologna macht der Regen eine Pause und wir
das gleiche. Immer noch das selbe Bild. Alles Wolkenverhangen. Bei Modena Süd
ist Schluß mit Autobahn fahren. Dort geht es
wieder auf die SS12 Richtung Brennero. Es ist Mittagszeit und uns nach etwas zu
Essen. In einer
Ortschaft sehen wir eine Pizzaria, die sich beim bestellen als Dönerladen
entpuppt. Die Pizza und der Cappuccino aus Plastikbechern haben aber trotzdem
geschmeckt.

Da ich die Fahrt mitten durch
Verona vom
Hinweg noch im Kopf habe, wollte ich vorher eigentlich noch Tanken. Doch bis
wir uns versehen, sind wir schon auf der Umgehungsstraße Richtung Trento
unterwegs. Auch gut. Nach ein paar Kilometern dann doch halt bei einer
Tankstelle auf der Landstraße. Was auch praktisch ist, dort gibt es direkt
zusammengebaut eine Bar. Gerade das Motorrad von der Zapfsäule weggeschoben und
nach einem Sitzplatz geschaut, beginnt es auch schon wieder richtig zu
schütten. Gemütlich bei Cappuccino und Wasser sitzten wir den Schauer einfach
aus. Kurz darauf ist sogar die Straße wieder trocken und es geht weiter. Am
Eingang zum Etschtal sieht man schon wieder dunkle Wolken und Blitze in einiger
Entfernung. Also wieder rein in die Gummihaut. Gleich darauf öffnet der Himmel
wieder seine Schleusen und der Wind weht auch wieder straff. Mittlerweile ist
es halb sechs. Langsam ist Zimmersuche angesagt. Das leidige Klingelputzen
zweier nasser Mopedfahrer beginnt. Man hört
mal wieder die tollsten Ausreden. Völlig ausgebucht! Steht nicht mal ein
einziges Auto auf dem Parkplatz. Oder, wir
haben gar keine Zimmer, obwohl man unter dem Schild “Zimmer frei” gerade parkt!

In Rovereto hat Kristina mehr
Glück. In einem Hotel beziehen wir Zimmer und bekommen sogar eine Garage für
das Moped. Nutzen erst mal ausgiebig die Dusche und waschen etwas Anziehsachen.
Das Ristorante im Hotel scheint zwar ein Inder zu sein, aber wir sind zu faul
noch mal los zu gehen. Heute haben wir aber auch ein Glück mit unseren
Lokalitäten! Egal, das Essen
und der Wein schmecken hervorragend.

Der Service und die
Freundlichkeit entsprechen überhaupt nicht, dem was man eigentlich in der
Gegend gewohnt ist. Zurück am Zimmer heißt es noch Hausaufgaben machen und gespannt
auf das Wetter von Morgen zu warten. Es ist Regen und am Brenner sogar Schnee
gemeldet, was uns der Hausherr nach dem Essen
noch verraten hat.

Erst mal gut schlafen. Morgen
ist Morgen. Trotzdem wieder ein schöner Tag!



Tag19

Sardinien 2015 Posted on Tue, January 12, 2016 18:16:41

Tag
19: 19.05. 264km (3840km)

Abfahrt 10:30Uhr

-Bari Sado-Orosei-Budoni-Olbia-

Die letzte Nacht in unserem
Basislager haben wir gut verbracht. Starten mit den gewohnten Ritualen in den
Tag. Nach dem Frühstück fangen wir langsam an, unseren Sachen wieder zu
sortieren und am Moped zu verstauen.

Heute geht es ja leider
zurück nach Olbia, von wo wir Nachts nach Livorno
übersetzen wollen. Die Idee die Fähre nach Genua zu nehmen, um weiter westlich
Richtung Heimat zu gelangen, werden vom Wetterbericht für den Alpenhauptkamm zu
nichte gemacht. Die Alpen sind aber noch ein ganzes Stück weg und so wollen wir
noch den Rest der Insel und das schöne Wetter genießen.

Kurz bevor wir losfahren
verabschieden wir uns noch von Marion und Jürgen. War richtig nett mit den
beiden. Über die SS125 geht es, heute mal bei schönen Wetter, ein letztes Mal
über die Berge. Wehmütig Blicken wir zum Abschied noch einmal hinüber in die
Hochebene, wo es uns super gefallen hat und auch traumhafte Strecken zum
Endurowandern gibt. Ein Stück unterhalb vom Pass
halten wir noch an einer regionalen Käserei. Ein Mann, der gerade damit
beschägtigt ist die Bretter auf denen der Käse reift zu säubern, lässt uns erst
mal probieren. Es gibt Schafs- und Ziegenkäse. Es schmecken beide sehr gut. Der
Ziegenkäse scheint uns für unser Transportmittel etwas besser geeignet, da er
etwas härter ist, worauf er uns die Hälfe vakuum einschweißt. Die andere Hälfte
nur in Papier gewickelt, die wird wohl besten Falls
den heutigen Abend erleben. Auf der Passhöhe gibt es noch einen kurzen
Abstecher mit einer kleinen Pause.

Nach Dorgali enden dann auch
die Berge und die Landschaft bekommt wieder ein ganz anderes Bild. Nur noch
sanfte Hügel, dafür aber auch wieder mehr Bäume. Es ist auch wieder wärmer. Bei
der Spiaggia Fuile e´Mare machen wir eine Pause. In weiser Voraussicht haben
wir Semmeln im Gepäck, die prima zu dem Käse passen. Als Nachtisch gibt es noch
eine Orange.

Nach ungefähr einer guten
halben Fahrstunde kommen wir zur Spaccia Berchida. Dieser Strand wird in
unserem Reiseführer als einer der schönsten der Insel gelobt. Die Zufahrt
erfolgt über eine ca. 5 Kilometer lange Sand- und Schotterstraße. Wieder ganz
ungewohnt mit dem ganzen Gepäck auf losem Untergrund. Der Weg endet wirklich am
Strand. Also ganz ehrlich, der schönste???
Naja, ist schon schön aber …..Egal, es gibt sehr viel schöne Strände auf der
Insel.

Ein Stück später, in Budoni,
wollen wir wenigstens noch ein Eis essen
oder Eiskaffee trinken. Direkt an der Hauptstraße findet sich dann auch eine
Eisdiele. Setzten uns auf die Terasse und bestellen zwei Eiskaffee. Nebenbei
kann man herrlich den anderen Leuten zuschauen. Unser Getränk schmeckt sehr lecker.
Als ich dann an der Theke bezahlen will, falle ich fast um. Die Frau sagt, sie
bekomme 16,00€!!! Für ein Drittel weniger konnte man die letzen Tage in den
Bergdörfern Getränke plus Essen
bekommen. Naja, die Nähe der Costa Smeralda scheint sich schon spürbar zu
machen. Was mich
aber fast mehr zum Nachdenken bringt ist, was kostet es denn hier im August?

Es ist zwar erst Nachmittag,
aber um beruhigter zu sein wollen wir doch erst mal zum Hafen und die Überfahrt
klar machen. Dort angekommen, heißt es noch
ein wenig warten bis der Schalter der Fährgesellschaft öffnet. Bei der
Rückfahrt gibt es dann auch wieder eine Kabine für uns.

Da noch Zeit ist, fahren wir
noch mal zum Golf Aranci. Könnten ja noch Pizza Essen gehen. Hier oben ist
wirklich neben der Saison tote Hose. Man findet kaum ein Lokal was geöffnet
hat. Nach etwas Suchen findet sich dann doch eine Pizzaria, dachten wir. Beim Bestellen
stellt sich dann heraus, dass es doch nur Panini gibt. Schade! Auf weitersuchen
haben wir dann auch keine Lust und bleiben. So richtig satt sind wir nicht.
Dann muss eben noch der Supermarkt herhalten. Die letzten Packreserven werden
ausgenutzt, um noch Essen
und Trinken für die Fähre unter zu bekommen. Selbst in den Jackentaschen steckt
eine Flasche Bier und oben auf dem Tankrucksack unter dem Spanngummi landet die
Chipstüte. Wir verbummeln dann noch ein wenig an der Küstenstraße und dann geht
es zum Hafen. Dort angekommen ist unser Moped
das Letzte in der Warteschlange.

Pünktlich beginnt das
Einschiffen und danach gleich erst mal auf die Kabine unsere Sachen verstauen.
Anschließend geht es noch auf Schiffsbesichtigung. Schländern durch das
Selbstbedienungsrestaurant und um danach noch am Seitendeck ein wenig
Abendstimmung einzufangen. Und wen sehe ich, als ich die Tür nach draußen öffne? Den Ulmer mit seiner
Frau. Beide kucken im erstem Moment genau so dumm wie ich! Dieses Mal ist es
aber eine ganz nette Unterhaltung. Beim Blick über das Hafenbecken wird uns
langsam klar, dass wir dann doch die Insel verlassen. Auch das schöne Wetter
wird uns nicht weiter begleiten.

Zurück auf der Kabine gehen
wir erst mal Duschen. Danach gibt es Ciabatta, Ziegenkäse und feine italienische
Salami. Anschließend heißt es noch Hausaufgaben machen und ein wenig faulenzen.

Der Tag war wieder herrlich und die Inselumrundung ist
jetzt auch komplett.



Tag18

Sardinien 2015 Posted on Tue, January 12, 2016 18:12:06

Tag
18: 18.05. 156km (3576km)

Abfahrt 9:30Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Flumendosa
Tal-Villagrande-Hochebene-Lago Alto di Flumendosa-Lanusei- Camping Platz

Die Nacht war angenehm, als
uns der morgendliche Betrieb zeitig aus den Federn holt. Kristina nimmt, wie fast
jeden Morgen, erst mal ihr Bad im Meer und ich mach mich übers Frühstück. Schön gemütlich
starten wir in den Tag.

Da heute der letzte Tag ist,
bevor wir wieder nördlich zum Fährhafen zurück müssen, wollen wir noch mal eine
kleine Tour in die Berge machen und den Nachmittag ganz in Ruhe am Platz
ausklingen lassen.

Gerade als wir uns anziehen
kommt der “Neue” von gestern Abend noch mal. Er hält mir einen Offroad
Reiseführer hin und bearbeitet mich
so lange, bis ich mir wenigstens die Daten einer Tour abfotografiere. Irgendwie
schaff ich es mich
los zu reißen und wir fahren los.

In Bari Sado heißt es erst
mal Tanken. Über Tortolli geht es weiter nach Villagrande. Auf der Strecke dort
hin sieht Kristina einen Wegweiser “Flumendosa Tal”. Der macht uns auch gleich
neugierig. Eine kleine Bergstraße führt in ein malerisches kleines Tal. Ständig
wechselt die Uferseite, immer über schöne Natursteinbrücken.

Letztendlich ist es dann aber
doch eine Sackgasse. Die Straße endet an einem Tor des Wasserkraftwerkes.

Nur ein paar Kilometer weiter
setze ich erneut den Blinker rechts, um in einen Schotterweg abzufahren. Nach
etwas Geschlängel kommen wir an einen Weiler, wo uns auch gleich drei Köter
kleffend begrüßen. In der Annahme, der Weg würde weiter gehen, fahren wir daran
vorbei. Die Kleffer natürlich gleich hinter uns her. Da hat sich unsere alte
Taktik mal wieder bewährt. Ein wenig langsam, damit die Köter ran kommen und
dann ein kurzer, aber heftiger Gasstoß. Dann haben sie im wahrsten Sinne des
Wortes die Schnauze voll und geben auf. Der Weg allerdings geht doch nicht
weiter. Also das ganze Spiel noch mal. Die Hunde allerdings scheinen aus der
Situation nichts gelernt zu haben. Dann eben das selbe Spiel noch mal!

Kurz vor Villagrande auf der
Teerstraße kommt uns eine “GS” entgegen. Ansich ist ja so ein Moped keine
Seltenheit mehr, aber mir fällt sofort ein, woher ich den kenne. Der “Ulmer”
von der Fähre! Als ich in den Rückspiegel schaue, dreht der auch noch um! Nach
dem wir gestern Abend und heute Morgen schon zugenullt worden sind, lass ich
unseren Eintopf mal richtig flliegen, was aber bald durch einen LKW verhindert
wird. Am Ortseingang ist er dann wieder hinter uns. Wir wollen in
entgegengesetzter Richtung die alte, teils abgebrochene Straße Richtung Talana
fahren. In der kleinen, verwinkelten Ortsdurchfahrt verpasse ich prompt die
Abzweigung. Im Rückspiegel biegt derweilen der Ulmer ab und winkt uns die
Richtung. Verdammt, genau das wollte ich nicht! Also umkehren und den Abzweig
nehmen. Schon am Ausgang der Ortschaft schliessen wir auf ihn auf. Jetzt bloß
auf keinen Stop einlassen, obwohl ich dringend mal den Kaffee wegstellen
müsste. Wir suchen unser Heil in der Flucht. Da ich die Strecke noch ganz gut
im Kopf hab, der schlechte Belag mit den riesen Schlaglöchern für uns spielt,
fahr ich an ihm vorbei und blase volle Segel über das, was von der Straße noch
übrig ist. Ich glaube Er hat verstanden, dass ich keine Lust auf Konversation
habe.

Nach ungefähr fünf Minuten
muss ich aber doch halten, um keine nasse Hose zu bekommen. Der Vorsprung
sollte ja reichen. Die “GS” taucht nicht wieder auf und wir genießen noch mal
den herrlichen Ausblick. Diesmal lassen wir die Bar in Talana, leider, links
liegen und fahren zu unserem Picknickplatz mit der Quelle. Machen kurzen Halt
um den Trinkrucksack zu füllen. Unser Plan ist diesmal den Weg nach dem Tor
weiter zu fahren. Dort angekommen schließt
Kristina hinter uns wieder sorgfälltig ab und es geht weiter in die Hochebene.
An einigen Felsblöcken mit tollem Ausblick machen wir Pause und essen unsere Brotzeit.
Semmeln, Käse und einen Apfel. Im Navi finde ich einen Weg, der über den
Berggipfel auf der anderen Seite wieder auf die Straße führen sollte. Oben auf
dem Gipfel auf 1280 m hat man ein tolles Panorama in die Berge.

Der breite Fahrweg scheint
wirklich weiter zu gehen. Es geht mal wieder durch ein Gatter, das dieses Mal
offen steht, bevor der Weg etwas schmäler abwärts führt. Nach ein paar Kurven
wird es wieder Hard Enduro! Teils nur eine Handbreit, ist alles was der Regen
noch befahrbar übrig gelassen hat. Und das alles ganz schön steil bergab.
Kristina ist hinten drauf wieder ganz große Klasse. Ganz ruhig versucht sie mir
so gut es geht Bewegungsfreiheit zu lassen, um die kurzen, aber heftigen
Passagen zu fahren. Immer wieder, wenn es der Weg erlaubt, halte ich kurz um
uns zu sortieren. Man oh man, hoffentlich müssen wir nicht die ganze Strecke
wieder rauf! Der Weg wird aber wieder besser, was uns Mut macht. Vorbei an
einem einsamen Bauernhof stehen wir an einem………Weidezaun. Komisch nur, daß der
Weg, wie abgeschnitten auf der anderen Seiten fast nur Schemenhaft zu erkennen
ist. Ich ahne nichts Gutes. Da uns aber mal wieder Esel besuchen machen wir
kurz Pause. Zu Fuß gehe ich ein Stück weiter. Jetzt sieht man den Weg auch
besser. Der geht durch einen Bach, um auf der anderen Seite wieder steil den
Berg hinauf zu gehen.

Kristina hält den Zaun kurz
auf, bevor wir den Versuch starten. Nur ein paar hundert Meter weiter halte ich
ein Stück vor einer Steilauffahrt an. Richtig viel Geröll und Oben, kurz vor
dem Scheitel, noch ein paar Felsen. Ich will es zunächst alleine probieren, ob
es Sinn macht sich dort hoch zu quälen. Vielleicht ist es ja nur dieses kurze
Stück und danach geht es wieder angenehmer weiter. Das Geröll geht noch ganz
gut. Vor den Felsstufen verlässt mich
dann allerdings der Mut, oder die Vernunft siegt und ich bleib in der Auffahrt
stehen. Umkehren, das ist echt zu heftig!

Am Rückweg passieren wir
wieder das Tor und den Bauernhof. Was uns tröstet, ist die Tatsache, noch einen
Abzweig ausprobieren zu können, damit wir nicht die ganze Strecke wieder den
Berg hinauf müssen. Dort angekommen entpuppt
sich der Weg als schöne Fahrstraße, die zur alten SS389 führt. Der folgen wir dann auch, trotzt
Sperrschild. Nach einigen Kilometern folgen wir dann einem Schild zum Lago Alto
di Flumendosa. Eine herrliche, kleine Teerstraße. Aber auch diese ist mal
wieder durch eine weggespühlte Brücke, mit Offroad Einlage. Fahrspuren zeigen
uns den Weg im Bachbett bis zur Furt.

Auf der anderen Seite geht es
kurz darauf am Ufer des Sees entlang.

Da es jetzt doch schon
Nachmittag ist, halten wir in Lanusei an einer Bar. Kristina bestellt Pizzette,
Focachio und natürlich wieder Wasser und Cappuccino. Das Focachio kannten wir
noch nicht. Der Kellner hat uns ein Stück in der Auslage gezeigt. Bekommen
haben wir aber VIER Stück davon und ja auch noch die Pizzette. Es bleibt
natürlich nichts übrig und wir sind papp Satt.

Zurück in Bari Sado machen
wir das Moped gleich noch mal voll. Gehen noch kurz einkaufen im Supermarkt und
Kristina in einen Laden, wo es schöne T-Shirts gibt.

Zurück am Camp gehen
wir duschen um dann über die selbst gemachten Schinkennudeln herzufallen. Lecker. Nach dem Duschen sitzen Marion und Jürgen bei uns.

Unterhalten uns noch bis in die Nacht. Ein gemütlicher
Abend und super schöne Abschlusstour in der Hochebene!!!



Tag17

Sardinien 2015 Posted on Mon, January 11, 2016 18:18:32

Tag
17: 17.05. 226km (3420km)

Abfahrt 12:00Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-SS125 bis Dorgali-Valle
di Laneitu-Orgosolo-Portobello- Lanusei-Bari Sado-

Spät in der Nacht kam dann
doch der Regen. In Windeseile schnell unsere Motorrad-klamotten, die auf dem
Platzeingenem Wäscheständer hängen, ins Zelt packen und wieder rein. Alles noch
trocken abbekommen. So um sieben Uhr in der Früh gießt es dann mal richtig. Wir
bleiben noch liegen. Später wird es dann aber wieder besser und es gibt
Frühstück ans Bett. Am Vormittag ist der Himmel noch grau und Wolken verhangen.
Da noch Niemanden so nach Aufbruch ist, gehen wir mit Marion und Jürgen noch einen Cappuccino
trinken. Die Männer unterhalten sich über Mopeds und die Frauen über was sich
Frauen so unterhaltenJ

Als dann so um Elf Uhr die
Sonne raus kommt, machen die Mädels!! voll den Streß, sie wollen Moped fahren.
Da uns gestern das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat,
versuchen wir es Heute eben noch mal ins Valle di Laneitu. Um den verspäteten
Start etwas aufzuholen fahren wir wieder über die SS125 nach Dorgoli. Über der
Passhöhe hängen auch noch dicke Wolken und teils ist der Ashalt noch naß. Nach
dem Scheitel machen wir Pause auf einen Parkplatz, von wo aus man einen
herrlichen Ausblick auf die andere Seite der Goroppu Schlucht hat.

Von dort aus stetig bergab
geht es nach Dorgali, wo wir tanken müssen. Das Wetter wird auch immer besser
und auch wieder angenehm warm. An der Tankstelle verstauen wir erst mal unsere
Fahrerhemden im Tankrucksack.

Einige Kilometer der Straße
entlang kommt dann der Abzweig ins Valle di Laneitu. An einer Wandertafel
machen wir uns noch “schlau” bevor es in den Taleingang hinein geht. Nur ein
kurzes Stück Asphalt und dann beginnt der Schotter. Kaum an Höhe gewinnend
führt der Weg über einen breiten Talboden, eingerahmt von fast senkrechten
Falswänden, weiter in die Bergwelt.

Angelangt am Infocenter
machen wir erst mal halt und eine kleine Pause.

Trotz der wundervollen
Landschaft sind wir den Trubel nich mehr gewohnt. Es ist Sonntag und einige
Ausflügler sind auch hier. Die letzten Tage waren wir völlig alleine in den
Bergen. Schon kurz nach dem Halt kommt schon eine Naturpark-angestellte auf uns
zu, um Ihre geführten Touren an den Mann zu bringen. Wir fragen zwar interessiert
nach, lehnen dann aber danken ab, mit der Ausrede unsere Motorradstiefel seien
nicht zum Wandern geeignet. Kaufen den Damen aber noch zwei Espresso ab und
setzten unseren Weg auf der wieder zurück führenden Ringstraße fort. Etliche
Wege, die zu einem Abstecher einladen, lassen wir aber auf Grund der vielen
Wanderer und daraus eventuell entstehenden Konflikten, links liegen und fahren
auf die Hauptstraße zurück.

Da jetzt noch etwas Zeit ist
wollen wir das Supramonte Massiv noch fertig umrunden. Die Straße führt nach
Orgosolo mit seinen herrlichen malereien an den Hausfassaden. In einer Gasse
bleiben wir stehen um einige davon aus der Nähe zu betrachten. Man sieht
Gewalt, Unterdrückung aber letzlich auch die Unabhängigkeit vom Festland.
Beeindruckende Bilder!

Von Orgosolo führt uns die
Straße wieder hinauf in die Hochebene, immer mit Blick auf das Supra Monte. An
einer Kreuzung entscheiden wir uns mal wieder für die Nebenstraße. Diese führt
kurze Zeit später an einem See entlang, wo wieder der ganze Bauernhof auf der
Straße ist.

Dem Navi folgend Richtung
Lago di Flumendosa, stehen wir auf einer Brücke mal wieder vor einem
geschlossenem Tor. Diesmal fahren wir aber durch und machen artig hinter uns
wieder zu. Die Straße wird immer schmäler und kleiner, führt aber laut Karte im
Navi direkt auf die Hauptstraße. An einem Bauernhof vorbei kommt die Straße
schon in Sichtweite. Nur die Auffahrt auf selbige ist noch etwas rätselhaft.
Letztendlich stellen wir fest, daß uns eine Böschung und ein Weidezaun an der
Auffahrt hindern. Also steigt Kristina kurz ab, um den Maschendrahtzaun von der
Leitplanke zu flechten und ich holpere den Hang hinunter. Danach wieder schön
fest tüdeln und weiter gehts.

Nach dem Lago di Flumendosa
kommt ein Bahnübergang mit einem nicht mehr in Betrieb befindlichem Bahnhof. Dort gibt es jetzt aber eine Bar, wo wir uns noch einen
Cappuccino gönnen. Von dort folgen wir der uns mittlerweile schon fast
Hausstrecken ähnlichen Straße über Lanusei nach Bari Sado.

Zurück im Camp heißt
es noch kurz in den Lebensmittelladen. Wir kaufen Feierabenbier und Semmeln zum
Frühstück. Kristina geht zum baden wärend ich mal unser Moped durchschaue.
Danach heißt es Duschen, bevor es leckere Nudeln mit dem restlichen Tomatensalat
gibt. Zwischenzeitlich hatten wir noch Besuch von einem neuen Gast, der uns sprichwörtlich
zuquatscht und den Ausstieg verpasst. Kristina flüchtet schon mal alleine zum
abspülen. Irgendwann bekommt er dann doch die Kurve und wir machen es uns noch
vor dem Zelt bei einem Glas Wein gemütlich.

Wieder eine tolle Tour!



Tag16

Sardinien 2015 Posted on Mon, January 11, 2016 18:12:00

Tag
16: 16.05. 183km (3194km)

Abfahrt 9:30Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Passhöhe-Talana-Villagrande-Lanusei-Antennenberg-Gairo
Vecchio-Jerzu-Campingplatz

Für heute ist Regen gemeldet.
Die Nacht war noch windig. Kristina geht aber trotzdem erst mal Baden, bevor wir in aller Ruhe Frühstücken.

An der Rezeption erfahren wir,
dass auch das geplante Fest in Bari Sardo wegen dem vorhergesagten Wetter
abgeblasen wurde. Schade, wollten evtl. auf ein Bierchen hin.

Der Blick zum Himmel ist aber
gar nicht so schlecht und Lust auf den Regen tatenlos zu warten haben wir auch
nicht.

In unseren Routen, die ich
Zuhause ausgearbeitet habe, steht noch das Valle di Laneitu aus. Wir wollen es
trotz der Vorhersage probieren und fahren los.

Um ein wenig Meter zu machen
nehmen wir die uns bereits bekannte SS125 Richtung Dorgoli. Etwas unterhalb der
Passhöhe beginnt es dann doch zu regnen. Beim Rundblick fällt auf, zur Küste
hin und westwärts ist das Wetter besser. Dann schlagen wir eben eine andere
Richtung ein.

Ein kleines Sträßchen bringt
uns wieder nach Talana. Dort nutzen wir die
Gelegenheit um noch mal in die Bar von vor ein paar Tagen zu gehen und
bestellen wieder unser bekanntes Gedeck. Da es abgekühlt hat und der Himmel
auch hier nicht so freundlich aussieht nehmen wir innen Platz. Heute ist die
Bar gut besucht. Einheimische sitzen bei Bier und ratschen. Es ist eine
angenehme Atmosphäre. Unser Vorhaben über den Berg zum Lago Flumendosa zu
fahren, endet mit dem Schritt vor die Tür und dem Blick in dessen Richtung.
Weiter oben hängt alles in Wolken und es regnet.

Unser Blick streift wieder
rund herum um eine neue Richtung zu finden.

Südlich scheint es besser zu
sein. Wir fahren nach Lanusei. Marion
und Jürgen haben uns einen Tipp in dieser Gegend gegeben. Zwar ein wenig
unvorbereitet, aber mit der Beschreibung im Kopf, folgen wir unserer Nase. Nur
ein paar Kilometer nach Lanusei finden wir die Schotterstraße im Wald auf den
Antennen Berg. Die Auffahrt ist gut zu fahren und auch nicht allzu steil. Oben
kommt man wieder über die Bäume und hat eine super Aussicht in alle Richtungen.
Machen ein wenig Pause und glotzen.

Hinunter geht es auf dem
selben Weg um anschliessend der Straße zu folgen. Nach kurzer Fahrt erreichen
wir Gairo Vecchio. Das Städtchen ist seit Jahrzehnten verlassen, da der Berghang an dem die Ortschaft steht, sich
in Bewegung setzte.

Seitdem ist sie verlassen und
man blickt auf ein echtes Geisterdorf. Die meisten der Dächer sind schon
eingefallen. Fenster gibt es auch keine mehr in den Häusern. Aber man findet
noch die Straßennamen, Hausnummern und eben alles was man sonst so im Dorf
hatte. Ein traurig schöner Anblick.

Die Straße bringt uns weiter
nach Jerzu. Ein Schild, für Motorräder bestimmt, schickt uns nach dem
Ortseingang von der Hauptstraße ab, in die Gassen der Ortschaft. Teils verdammt
steil und im Neunzig Gradwinkel geht es ganz eng durch die Häuserschluchten.
Bloß gut, dass es eine Einbahnstraße ist!

Von dort aus geht es wieder
talwärts und die Temperatueren steigen auch wieder. An einer Kreuzung entdeckt
Kristina noch blühende Kakteen dir wir ablichten. Anschließend führt uns unsere
Acht wieder nach Bari Sardo, wo mal wieder der Besuch im Supermarkt ansteht.
Wir decken uns mit einer Brotzeit und etwas Salat für den Abend ein.

Zurück im Camp gibt es
erst mal Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen.
Gerade als wir fertig sind, kommt Jürgen herüber und fragt uns, ob wir Lust
hätten, heute bei Ihnen mit zu Essen.
Die Einladung nehmen wir natürlich gerne an. Jürgen macht eine riesige Pfanne
Nudeln mit lecker gebratenem Gemüse.

Um nicht ganz leer zu kommen,
hat Kristina noch den nachmittags gekauften Salat gemacht, den wir beisteurern.
Natürlich wandert auch das ein oder andere Getränk über den Tisch, während wir
über Benzin und die Welt plaudern.

Es ist spät geworden. Duschen
gehen ist heute ausgefallen. Anschließend sitzen wir noch ein wenig im Zelt und
machen Hausaufgaben.

Trotz der Ausweichfahrten
eine schöne Tour und toller Tag!



Tag15

Sardinien 2015 Posted on Mon, January 11, 2016 18:07:20

Tag
15: 15.05. 152km (3011km)

Abfahrt 10:00Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Lotzorai-Tiei-Schlucht
Goroppu-Urzulei-Lotzorai-Camping Platz

Durch den warmen Wind am
gestrigen Abend, hatten wir Nachts Sauna im Zelt. Kristina holt sich erst mal
wieder ihre Abkühlung im Meer. Anschließend gibt es Frühstück. Da heute bis ca.
elf Uhr unsere Reifen kommen sollten, wollen wir erst mal nach Tortolli.

Bei der Stadtdurchfahrt
halten wir noch an einem Souvenierladen. Möchten ein Sardinien T-Shirt für uns
beide. Eine Vielzahl an Motiven und Farben, aber so richtig hat uns Keines
gefallen. Da wird sich aber noch eine Gelegenheit ergeben. Nun erst mal zum
Reifenhändler.

Wir sind noch nicht mal
richtig auf den Hof
gefahren, kommt der nette Angestellte schon angelaufen, grinst über das ganze
Gesicht und zeigt uns Daumen hoch. Super, unsere bestellten Reifen sind
gekommen. Es war zwar beruhigend zu wissen, auf jeden Fall irgendwelche Schlappen
zu bekommen, aber mit unseren bestellten bin ich viel zufriedener.

Es ist schon später Vormittag
und es sind einige Mopeds vor uns. Ein Mechaniker der immer an zwei Motorräern
gleichzeitig schraubt, ist schon fleißig an der Arbeit. Bei seinem Kollegen wird
die Montiermaschiene gar nicht kalt. Als unser Moped an der Reihe ist gehe ich
den Jungs ein wenig zur Hand. Zwischenzeitlich sind dann doch ein einhalb Stunden
vergangen. Der Service dort ist wirklich zu empfehlen. Die Mechaniker bekommen
noch Trinkgeld und wir machen uns auf den Weg.

Unser Ziel ist die Schlucht,
die uns der nette Herr aus dem Motorradteileladen versucht hat zu erklären. Da
die Beschreibung schon drei Tage her ist, diese auch noch in Italienisch mit
wilder Gestig, finden wir den Einstieg in die Schlucht natürlich nicht auf
anhieb. Die Abstecher sind aber auch sehenswert und so gestaltet sich die Suche
nach dem richtigen Abzweig recht kurzweilig.

Am richtigen Abzweig
angekommen, führt uns ein schmales Asphaltband, das in den Fels geschlagen ist,
wieder in die Hochebene.

Als die Teerdecke endet,
kommen wir an eine Steigung. Die Straße wird auch schmäler. Auf halber Höhe des
Anstiegs kommen plötzlich oben über die Kuppe fünf komplett aufgemotzte Toyota
Land Cruiser entgegen. Trotz der schmalen Fahrbahn machen die nicht mal Anstalten,
langsamer zu fahren, geschweige denn anzuhalten. Die haben die selbe
Sonderausstattung wie Daimler Fahrer. Eingebaute Vorfahrt!

Auf der letzten Kante vom
Seitenstreifen passen wir irgendwie an den Dickschiffen vorbei, ohne am Fels
oder den Kotflügeln der Kisten, hängen zu bleiben.

Danach tut sich eine
herrliche Landschaft auf. Ein riesiges Hochtal mit toller Aussicht.

Anschließend windet sich die
Schotterpiste in ein trockenes Flussbett hinunter, wo mal wieder die Brücke
fehlt.

Auf der anderen Uferseite mündet der Weg bergwärts in
einen märchenhaften Wald. Gedrungene, knochige und wild verschlungene Bäume
säumen die Seiten. Immer wieder an steileren Stellen ist der Weg komplett mit
Kopfsteinpflaster belegt. Große, leicht
rundliche Pflastersteine, die bei langsamer Fahrt echt nervig sind. Man hat das
Gefühl, jeden einzelnen mitzuzählen. Also dann eben etwas schneller! Schon geht
es prima über das Gerüttel drüber.

Mit stetigem auf und ab
schlängelt sich der Weg, scheinbar endlos durch den Wald.

Bloß gut, dass die Blechkisten
vom Anfang uns nicht hier begenet sind!

Doch plötzlich scheint der
Weg an einem Wendehammer ähnlichen Platz, mittig mit einer alten Eiche, zu
enden. Rings um den Baum stehen drei oder vier VW- Busse. Gerade als wir
anhalten wollen, schaut ein Mann hinter dem Bus vor und winkt uns zielstrebig
seitlich an seinem Auto vorbei, in einen etwas breiteren Wanderweg!

Gut, wenn der meint! Vorbei
am Bulli, einen kleinen Absatz hinunter führt der Weg etwas abschüssig weiter,
wo uns auch gleich ein paar Männer mit irre viel Ausrüstung auf dem Rücken
entgegenkommen. Nach nur ein paar hundert Metern ist aber dann wirklich
Schluss. Der Wanderweg zwar nicht, aber für uns. An einem Infoschild, wo etwas
über die Schlucht und deren Entstehung geschrieben steht, lassen wir unser
Moped stehen.

Es geht zu Fuß weiter. Wenn
wir die Beschreibung vom Motorradladen richtig interpretieren, muss es hier
ganz in der Nähe einen tollen Ausblick in die Schlucht geben.

Nach nur wenigen Minuten auf
dem alpinen Steig kommt uns eine Frau, auch sehr bepackt, entgegen. Auf
Englisch fragt sie, ob uns ein paar Männer begenet sind und wenn ja, in welche
Richtung sie unterwegs waren. Sie bekommt freundlich Auskunft, um uns bei ihr
auch gleich nach dem Aussichtspunkt zu erkundigen. Mit Blick auf unser
Schuhwerk meint sie noch, der Weg sei sehr steil und steinig.

Noch ein paar Gehminuten weiter,
laufen wir etwas abseits auf ein paar Felsbrocken zu. Dort
angekommen, blicken wir in die Goroppu-Schlucht hinunter. Eine, in Bogenform,
fast senkrechte Felskante, mit einem tiefen V-förmigen Einschnitt.

Wir machen uns einen bequemen
Sitzplatz auf den Steinen zurecht, um die Aussicht zu genießen.

Mittlerweile ist es halb
vier. In entgegengesetzter Richtung geht es auf den Rückweg. Mit etwas
Streckenkenntnis und gewonnenem Vertrauen zum Rüttelpflaster erreichen wir
zügig wieder die Hauptstraße.

Beim Pflichtbesuch in einer
Bar, fällt die Entscheidung uns noch für den Tourentipp zu bedanken. Da auf der
topfebenen Passstraße sich etliche Motorradfahrer tummeln, nehmen wir noch
einen Abstecher in ein Seitental Richtung Tortolli. Ein schmales, aber gut ausgebautes
Sträßchen windet sich in Kehren und Kurven hinab.

Am Laden angekommen,
versuchen wir trotz Verständigungsproblemen, uns zu bedanken.

Der Besitzer ist sichtlich
erfreut darüber und erzählt sofort ganz Stolz seiner Kundschaft, wo wir heute
waren. Er verabschiedet uns noch persönlich am Moped und wir winken noch mal
freundlich, bevor wir die Gasse verlassen.

In Bari Sardo gehen wir
wieder zum Einkaufen. Kristina hat heute Morgen von der netten Frau an der
Rezeption einen Tipp zum einheimischen Essen
bekommen. Holen uns Gulurgionis (gefüllte Teigtaschen) und Sebadas (gefüllter
Pfannkuchen).

Zurück am Platz treffen wir Marion und Jürgen.
Quatschen ein wenig über den Tag und tauschen Tourentipps aus.

Dann wird gekocht! Im Moment
haben wir ja den Luxus von zwei Kochern und können so richtig brutzeln.

Erst gibt es die gefüllten
Teigtaschen mit Tomatensoße, Parmesan und Salat. Zum Nachtisch dann, die mit
Schafskäse gefüllten Pfannkuchen, dick mit Honig bestrichen. Hört sich abenteuerlich
an, schmeckt aber richtig lecker.

Am Abend hat es heftig
abgefrischt und wir sitzen noch mit langen Sachen draußen. Auch der Wind ist
etwas stärker geworden. Kristina hatte es schon beim Baden
gemerkt und mit den Wellen gekämpft.

Wieder ein herrlicher Tag mit wunderschöner Tour!



Next »