Tag
20: 20.05. 416km (4256km)

Abfahrt 7:30Uhr

-Livorno-Pisa-Firence-Bologna-Modena-Verona-Rovereto-

Die Kabine hat sich wieder
gelohnt. Kurz bevor der allgemeine Weckruf los geht, schaukelt der Pott etwas
und ich wache auf. Bei der Innenkabine hat man ja keine Fenster, aber der
Seegang lässt nicht auf all zu gutes Wetter hoffen. Kurz vor der Ankunft gehen
wir noch auf das Seitendeck. Die Wolken hängen tief am Himmel. Es ist aber trocken
und mild. Beim allgemeinen Rennen vom Schiff sind wir das erste Motorrad, das
von Bord geht. Machen uns auch gleich auf den Weg raus aus dem Hafen Richtung
Pisa. Genau, da war doch noch was! Am Ortseingang fällt uns auch gleich wieder
das Schild mit dem schiefen Turm ins Auge. Zeit sollten wir auch dafür haben.
Es ist ja noch früh am Morgen. Die Beschilderung reicht natürlich wieder nur
eine Kreuzung weit. Im kleinsten Dorf im nirgendwo steht ein Wegweiser nach
Rom, aber eine Sehenswürdigkeit in einer Stadt können die echt nicht
ausschildern! Der morgendliche Berufsverkehr trägt auch dazu bei, dass wir bald
keine Lust mehr auf Suchen haben und fahren nach Luca. Kurz nach Pisa halten wir noch für
einen Tankstopp. Im Laden holen wir uns auch noch einen Kaffee, es gab ja noch
keinen. Die Route auf der SS12 durch die Berge würde uns eigentlich besser
gefallen. Doch die Wolken hängen immer tiefer und sind auch schon ganz dunkelgrau.
Als es dann auch noch zu Regnen beginnt, ist das Thema eh vom Tisch. Mist, nach
zwei Wochen schönem Wetter dann doch in die Regenkombi. Das es fast keine
vernünftige Möglichkeit gibt die Berge auf der Landstraße zu umfahren, biegen
wir bei Luca gegen all unserer Einstellung auf die Autostrada.

Auf der Höhe von Firenze gibt es erst mal Frühstückspause. Es scheint im
Moment so, als ob wir ein wenig Vorsprung vor dem Regen haben. Doch kaum fertig
fängt es wieder an zu tröpfeln. Der Blick in die Berge hört schon ganz weit
unten auf, da die Wolken so tief hängen. Kurz vor Bologna macht der Regen eine Pause und wir
das gleiche. Immer noch das selbe Bild. Alles Wolkenverhangen. Bei Modena Süd
ist Schluß mit Autobahn fahren. Dort geht es
wieder auf die SS12 Richtung Brennero. Es ist Mittagszeit und uns nach etwas zu
Essen. In einer
Ortschaft sehen wir eine Pizzaria, die sich beim bestellen als Dönerladen
entpuppt. Die Pizza und der Cappuccino aus Plastikbechern haben aber trotzdem
geschmeckt.

Da ich die Fahrt mitten durch
Verona vom
Hinweg noch im Kopf habe, wollte ich vorher eigentlich noch Tanken. Doch bis
wir uns versehen, sind wir schon auf der Umgehungsstraße Richtung Trento
unterwegs. Auch gut. Nach ein paar Kilometern dann doch halt bei einer
Tankstelle auf der Landstraße. Was auch praktisch ist, dort gibt es direkt
zusammengebaut eine Bar. Gerade das Motorrad von der Zapfsäule weggeschoben und
nach einem Sitzplatz geschaut, beginnt es auch schon wieder richtig zu
schütten. Gemütlich bei Cappuccino und Wasser sitzten wir den Schauer einfach
aus. Kurz darauf ist sogar die Straße wieder trocken und es geht weiter. Am
Eingang zum Etschtal sieht man schon wieder dunkle Wolken und Blitze in einiger
Entfernung. Also wieder rein in die Gummihaut. Gleich darauf öffnet der Himmel
wieder seine Schleusen und der Wind weht auch wieder straff. Mittlerweile ist
es halb sechs. Langsam ist Zimmersuche angesagt. Das leidige Klingelputzen
zweier nasser Mopedfahrer beginnt. Man hört
mal wieder die tollsten Ausreden. Völlig ausgebucht! Steht nicht mal ein
einziges Auto auf dem Parkplatz. Oder, wir
haben gar keine Zimmer, obwohl man unter dem Schild “Zimmer frei” gerade parkt!

In Rovereto hat Kristina mehr
Glück. In einem Hotel beziehen wir Zimmer und bekommen sogar eine Garage für
das Moped. Nutzen erst mal ausgiebig die Dusche und waschen etwas Anziehsachen.
Das Ristorante im Hotel scheint zwar ein Inder zu sein, aber wir sind zu faul
noch mal los zu gehen. Heute haben wir aber auch ein Glück mit unseren
Lokalitäten! Egal, das Essen
und der Wein schmecken hervorragend.

Der Service und die
Freundlichkeit entsprechen überhaupt nicht, dem was man eigentlich in der
Gegend gewohnt ist. Zurück am Zimmer heißt es noch Hausaufgaben machen und gespannt
auf das Wetter von Morgen zu warten. Es ist Regen und am Brenner sogar Schnee
gemeldet, was uns der Hausherr nach dem Essen
noch verraten hat.

Erst mal gut schlafen. Morgen
ist Morgen. Trotzdem wieder ein schöner Tag!