Tag
19: 19.05. 264km (3840km)

Abfahrt 10:30Uhr

-Bari Sado-Orosei-Budoni-Olbia-

Die letzte Nacht in unserem
Basislager haben wir gut verbracht. Starten mit den gewohnten Ritualen in den
Tag. Nach dem Frühstück fangen wir langsam an, unseren Sachen wieder zu
sortieren und am Moped zu verstauen.

Heute geht es ja leider
zurück nach Olbia, von wo wir Nachts nach Livorno
übersetzen wollen. Die Idee die Fähre nach Genua zu nehmen, um weiter westlich
Richtung Heimat zu gelangen, werden vom Wetterbericht für den Alpenhauptkamm zu
nichte gemacht. Die Alpen sind aber noch ein ganzes Stück weg und so wollen wir
noch den Rest der Insel und das schöne Wetter genießen.

Kurz bevor wir losfahren
verabschieden wir uns noch von Marion und Jürgen. War richtig nett mit den
beiden. Über die SS125 geht es, heute mal bei schönen Wetter, ein letztes Mal
über die Berge. Wehmütig Blicken wir zum Abschied noch einmal hinüber in die
Hochebene, wo es uns super gefallen hat und auch traumhafte Strecken zum
Endurowandern gibt. Ein Stück unterhalb vom Pass
halten wir noch an einer regionalen Käserei. Ein Mann, der gerade damit
beschägtigt ist die Bretter auf denen der Käse reift zu säubern, lässt uns erst
mal probieren. Es gibt Schafs- und Ziegenkäse. Es schmecken beide sehr gut. Der
Ziegenkäse scheint uns für unser Transportmittel etwas besser geeignet, da er
etwas härter ist, worauf er uns die Hälfe vakuum einschweißt. Die andere Hälfte
nur in Papier gewickelt, die wird wohl besten Falls
den heutigen Abend erleben. Auf der Passhöhe gibt es noch einen kurzen
Abstecher mit einer kleinen Pause.

Nach Dorgali enden dann auch
die Berge und die Landschaft bekommt wieder ein ganz anderes Bild. Nur noch
sanfte Hügel, dafür aber auch wieder mehr Bäume. Es ist auch wieder wärmer. Bei
der Spiaggia Fuile e´Mare machen wir eine Pause. In weiser Voraussicht haben
wir Semmeln im Gepäck, die prima zu dem Käse passen. Als Nachtisch gibt es noch
eine Orange.

Nach ungefähr einer guten
halben Fahrstunde kommen wir zur Spaccia Berchida. Dieser Strand wird in
unserem Reiseführer als einer der schönsten der Insel gelobt. Die Zufahrt
erfolgt über eine ca. 5 Kilometer lange Sand- und Schotterstraße. Wieder ganz
ungewohnt mit dem ganzen Gepäck auf losem Untergrund. Der Weg endet wirklich am
Strand. Also ganz ehrlich, der schönste???
Naja, ist schon schön aber …..Egal, es gibt sehr viel schöne Strände auf der
Insel.

Ein Stück später, in Budoni,
wollen wir wenigstens noch ein Eis essen
oder Eiskaffee trinken. Direkt an der Hauptstraße findet sich dann auch eine
Eisdiele. Setzten uns auf die Terasse und bestellen zwei Eiskaffee. Nebenbei
kann man herrlich den anderen Leuten zuschauen. Unser Getränk schmeckt sehr lecker.
Als ich dann an der Theke bezahlen will, falle ich fast um. Die Frau sagt, sie
bekomme 16,00€!!! Für ein Drittel weniger konnte man die letzen Tage in den
Bergdörfern Getränke plus Essen
bekommen. Naja, die Nähe der Costa Smeralda scheint sich schon spürbar zu
machen. Was mich
aber fast mehr zum Nachdenken bringt ist, was kostet es denn hier im August?

Es ist zwar erst Nachmittag,
aber um beruhigter zu sein wollen wir doch erst mal zum Hafen und die Überfahrt
klar machen. Dort angekommen, heißt es noch
ein wenig warten bis der Schalter der Fährgesellschaft öffnet. Bei der
Rückfahrt gibt es dann auch wieder eine Kabine für uns.

Da noch Zeit ist, fahren wir
noch mal zum Golf Aranci. Könnten ja noch Pizza Essen gehen. Hier oben ist
wirklich neben der Saison tote Hose. Man findet kaum ein Lokal was geöffnet
hat. Nach etwas Suchen findet sich dann doch eine Pizzaria, dachten wir. Beim Bestellen
stellt sich dann heraus, dass es doch nur Panini gibt. Schade! Auf weitersuchen
haben wir dann auch keine Lust und bleiben. So richtig satt sind wir nicht.
Dann muss eben noch der Supermarkt herhalten. Die letzten Packreserven werden
ausgenutzt, um noch Essen
und Trinken für die Fähre unter zu bekommen. Selbst in den Jackentaschen steckt
eine Flasche Bier und oben auf dem Tankrucksack unter dem Spanngummi landet die
Chipstüte. Wir verbummeln dann noch ein wenig an der Küstenstraße und dann geht
es zum Hafen. Dort angekommen ist unser Moped
das Letzte in der Warteschlange.

Pünktlich beginnt das
Einschiffen und danach gleich erst mal auf die Kabine unsere Sachen verstauen.
Anschließend geht es noch auf Schiffsbesichtigung. Schländern durch das
Selbstbedienungsrestaurant und um danach noch am Seitendeck ein wenig
Abendstimmung einzufangen. Und wen sehe ich, als ich die Tür nach draußen öffne? Den Ulmer mit seiner
Frau. Beide kucken im erstem Moment genau so dumm wie ich! Dieses Mal ist es
aber eine ganz nette Unterhaltung. Beim Blick über das Hafenbecken wird uns
langsam klar, dass wir dann doch die Insel verlassen. Auch das schöne Wetter
wird uns nicht weiter begleiten.

Zurück auf der Kabine gehen
wir erst mal Duschen. Danach gibt es Ciabatta, Ziegenkäse und feine italienische
Salami. Anschließend heißt es noch Hausaufgaben machen und ein wenig faulenzen.

Der Tag war wieder herrlich und die Inselumrundung ist
jetzt auch komplett.