Tag
18: 18.05. 156km (3576km)

Abfahrt 9:30Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Flumendosa
Tal-Villagrande-Hochebene-Lago Alto di Flumendosa-Lanusei- Camping Platz

Die Nacht war angenehm, als
uns der morgendliche Betrieb zeitig aus den Federn holt. Kristina nimmt, wie fast
jeden Morgen, erst mal ihr Bad im Meer und ich mach mich übers Frühstück. Schön gemütlich
starten wir in den Tag.

Da heute der letzte Tag ist,
bevor wir wieder nördlich zum Fährhafen zurück müssen, wollen wir noch mal eine
kleine Tour in die Berge machen und den Nachmittag ganz in Ruhe am Platz
ausklingen lassen.

Gerade als wir uns anziehen
kommt der “Neue” von gestern Abend noch mal. Er hält mir einen Offroad
Reiseführer hin und bearbeitet mich
so lange, bis ich mir wenigstens die Daten einer Tour abfotografiere. Irgendwie
schaff ich es mich
los zu reißen und wir fahren los.

In Bari Sado heißt es erst
mal Tanken. Über Tortolli geht es weiter nach Villagrande. Auf der Strecke dort
hin sieht Kristina einen Wegweiser “Flumendosa Tal”. Der macht uns auch gleich
neugierig. Eine kleine Bergstraße führt in ein malerisches kleines Tal. Ständig
wechselt die Uferseite, immer über schöne Natursteinbrücken.

Letztendlich ist es dann aber
doch eine Sackgasse. Die Straße endet an einem Tor des Wasserkraftwerkes.

Nur ein paar Kilometer weiter
setze ich erneut den Blinker rechts, um in einen Schotterweg abzufahren. Nach
etwas Geschlängel kommen wir an einen Weiler, wo uns auch gleich drei Köter
kleffend begrüßen. In der Annahme, der Weg würde weiter gehen, fahren wir daran
vorbei. Die Kleffer natürlich gleich hinter uns her. Da hat sich unsere alte
Taktik mal wieder bewährt. Ein wenig langsam, damit die Köter ran kommen und
dann ein kurzer, aber heftiger Gasstoß. Dann haben sie im wahrsten Sinne des
Wortes die Schnauze voll und geben auf. Der Weg allerdings geht doch nicht
weiter. Also das ganze Spiel noch mal. Die Hunde allerdings scheinen aus der
Situation nichts gelernt zu haben. Dann eben das selbe Spiel noch mal!

Kurz vor Villagrande auf der
Teerstraße kommt uns eine “GS” entgegen. Ansich ist ja so ein Moped keine
Seltenheit mehr, aber mir fällt sofort ein, woher ich den kenne. Der “Ulmer”
von der Fähre! Als ich in den Rückspiegel schaue, dreht der auch noch um! Nach
dem wir gestern Abend und heute Morgen schon zugenullt worden sind, lass ich
unseren Eintopf mal richtig flliegen, was aber bald durch einen LKW verhindert
wird. Am Ortseingang ist er dann wieder hinter uns. Wir wollen in
entgegengesetzter Richtung die alte, teils abgebrochene Straße Richtung Talana
fahren. In der kleinen, verwinkelten Ortsdurchfahrt verpasse ich prompt die
Abzweigung. Im Rückspiegel biegt derweilen der Ulmer ab und winkt uns die
Richtung. Verdammt, genau das wollte ich nicht! Also umkehren und den Abzweig
nehmen. Schon am Ausgang der Ortschaft schliessen wir auf ihn auf. Jetzt bloß
auf keinen Stop einlassen, obwohl ich dringend mal den Kaffee wegstellen
müsste. Wir suchen unser Heil in der Flucht. Da ich die Strecke noch ganz gut
im Kopf hab, der schlechte Belag mit den riesen Schlaglöchern für uns spielt,
fahr ich an ihm vorbei und blase volle Segel über das, was von der Straße noch
übrig ist. Ich glaube Er hat verstanden, dass ich keine Lust auf Konversation
habe.

Nach ungefähr fünf Minuten
muss ich aber doch halten, um keine nasse Hose zu bekommen. Der Vorsprung
sollte ja reichen. Die “GS” taucht nicht wieder auf und wir genießen noch mal
den herrlichen Ausblick. Diesmal lassen wir die Bar in Talana, leider, links
liegen und fahren zu unserem Picknickplatz mit der Quelle. Machen kurzen Halt
um den Trinkrucksack zu füllen. Unser Plan ist diesmal den Weg nach dem Tor
weiter zu fahren. Dort angekommen schließt
Kristina hinter uns wieder sorgfälltig ab und es geht weiter in die Hochebene.
An einigen Felsblöcken mit tollem Ausblick machen wir Pause und essen unsere Brotzeit.
Semmeln, Käse und einen Apfel. Im Navi finde ich einen Weg, der über den
Berggipfel auf der anderen Seite wieder auf die Straße führen sollte. Oben auf
dem Gipfel auf 1280 m hat man ein tolles Panorama in die Berge.

Der breite Fahrweg scheint
wirklich weiter zu gehen. Es geht mal wieder durch ein Gatter, das dieses Mal
offen steht, bevor der Weg etwas schmäler abwärts führt. Nach ein paar Kurven
wird es wieder Hard Enduro! Teils nur eine Handbreit, ist alles was der Regen
noch befahrbar übrig gelassen hat. Und das alles ganz schön steil bergab.
Kristina ist hinten drauf wieder ganz große Klasse. Ganz ruhig versucht sie mir
so gut es geht Bewegungsfreiheit zu lassen, um die kurzen, aber heftigen
Passagen zu fahren. Immer wieder, wenn es der Weg erlaubt, halte ich kurz um
uns zu sortieren. Man oh man, hoffentlich müssen wir nicht die ganze Strecke
wieder rauf! Der Weg wird aber wieder besser, was uns Mut macht. Vorbei an
einem einsamen Bauernhof stehen wir an einem………Weidezaun. Komisch nur, daß der
Weg, wie abgeschnitten auf der anderen Seiten fast nur Schemenhaft zu erkennen
ist. Ich ahne nichts Gutes. Da uns aber mal wieder Esel besuchen machen wir
kurz Pause. Zu Fuß gehe ich ein Stück weiter. Jetzt sieht man den Weg auch
besser. Der geht durch einen Bach, um auf der anderen Seite wieder steil den
Berg hinauf zu gehen.

Kristina hält den Zaun kurz
auf, bevor wir den Versuch starten. Nur ein paar hundert Meter weiter halte ich
ein Stück vor einer Steilauffahrt an. Richtig viel Geröll und Oben, kurz vor
dem Scheitel, noch ein paar Felsen. Ich will es zunächst alleine probieren, ob
es Sinn macht sich dort hoch zu quälen. Vielleicht ist es ja nur dieses kurze
Stück und danach geht es wieder angenehmer weiter. Das Geröll geht noch ganz
gut. Vor den Felsstufen verlässt mich
dann allerdings der Mut, oder die Vernunft siegt und ich bleib in der Auffahrt
stehen. Umkehren, das ist echt zu heftig!

Am Rückweg passieren wir
wieder das Tor und den Bauernhof. Was uns tröstet, ist die Tatsache, noch einen
Abzweig ausprobieren zu können, damit wir nicht die ganze Strecke wieder den
Berg hinauf müssen. Dort angekommen entpuppt
sich der Weg als schöne Fahrstraße, die zur alten SS389 führt. Der folgen wir dann auch, trotzt
Sperrschild. Nach einigen Kilometern folgen wir dann einem Schild zum Lago Alto
di Flumendosa. Eine herrliche, kleine Teerstraße. Aber auch diese ist mal
wieder durch eine weggespühlte Brücke, mit Offroad Einlage. Fahrspuren zeigen
uns den Weg im Bachbett bis zur Furt.

Auf der anderen Seite geht es
kurz darauf am Ufer des Sees entlang.

Da es jetzt doch schon
Nachmittag ist, halten wir in Lanusei an einer Bar. Kristina bestellt Pizzette,
Focachio und natürlich wieder Wasser und Cappuccino. Das Focachio kannten wir
noch nicht. Der Kellner hat uns ein Stück in der Auslage gezeigt. Bekommen
haben wir aber VIER Stück davon und ja auch noch die Pizzette. Es bleibt
natürlich nichts übrig und wir sind papp Satt.

Zurück in Bari Sado machen
wir das Moped gleich noch mal voll. Gehen noch kurz einkaufen im Supermarkt und
Kristina in einen Laden, wo es schöne T-Shirts gibt.

Zurück am Camp gehen
wir duschen um dann über die selbst gemachten Schinkennudeln herzufallen. Lecker. Nach dem Duschen sitzen Marion und Jürgen bei uns.

Unterhalten uns noch bis in die Nacht. Ein gemütlicher
Abend und super schöne Abschlusstour in der Hochebene!!!