Tag
13: 13.05. 41km (2697km)

-Gammel und Service Tag-

Nach der etwas anstrengen
Tour gestern wollen wir heute einen Ruhetag machen.

Die Nacht war gut. Als erstes
unser morgentliches Ritual.

An der Rezeption hab ich die
nette Dame wegen einem Motorradreifenhändler gefragt. Da unsere Gummis schon
ziemlich runter sind und wir damit nicht mehr bis nach Hause kommen, wollte ich
nicht bis auf den letzten Drücker mit dem Ersatz warten. In unserer Kupplung
ist ja auch noch das falsche Öl drin.

Am späten Vormittag fahren
wir dann nach Tortolli, wo uns der Reifenhändler empfohlen wurde. Nach einer
Rundfahrt durch das Industriegebiet haben wir ihn dann auch gefunden. Vor der
Werkstatt stehen dann auch schon ein paar Motorräder und der Laden macht einen
guten Eindruck. Noch nicht mal richtig auf dem Hof, kommt sofort ein Angestellter auf uns
zu. Auf Englisch fragen wir nach Reifen für unser Moped. Er erklärt uns gleich
drei Alternativen und drückt uns ein Angebot mit Preisen in die Hand. So
einfach geht das hier?! Wir entscheiden uns für einen Reifen, den wir von
Zuhause schon kennen. Lieber keine Experimente auf der Tour. Leider ist nur der
Vorderreifen auf Lager, aber den Hinteren könnte er bestellen. Sollte auch bis
Freitag da sein. Hmmm….. .

Unsere Lage ist nur so, dass
wir evtl. am Wochenende weiterziehen wollten.

Ich frage den Angestellten,
ob es sicher sei, dass der Reifen am Freitag da ist?

Er lacht laut auf und antwortet:
Nothing is shure in Italy!!!

Ich muss auch lachen. Er gibt
uns aber gleich zu verstehen, er habe auf alle Fälle einen passenden Satz für
uns, sollte die Lieferung nicht kommen. Gut, damit können wir leben.

Auf einmal sehe ich zwei
Mopeds mit einem Aufkleber unseres Motorradhändlers und reden noch etwas mit
Ihnen. Sind ganz nett. Die Welt ist ein Dorf.

Kurz bevor wir schon fahren
wollen, frage ich noch nach unserem Kupplungsöl.

Er gibt mir einen Handskizze,
wie wir in der Stadt den Laden finden, wo es Motorrad-

teile gibt.

Nach kurzem Umweg im
Einbahnstraßengewirr stehen wir vor dem Geschäft.

Als wir rein gehen spricht uns gleich eine
ältere Dame an, was wir brauchen. Da unser Italienisch so speziell nicht weit
reicht, versuchen wir uns nur mit ein paar Brocken
zu verständigen.

Ein weiterer Besucher im
Laden geht mit mir ans Moped wo ich ihm zeigen kann, was wir brauchen. Er gibt
es im Geschäft weiter und alle fangen das Suchen an. Leider ist das Öl im
Moment nicht auf Lager. Schade, aber wir bedanken uns und gehen raus.

Als wir schon am Aufsteigen
sind, kommt der Beitzer aus dem Laden zu uns. Er versucht uns was auf der Karte
zu erklären?!……Ich dachte erst ein anderes Geschäft, wo wir das Öl
bekommen. Aber er will uns eine Strecke zeigen, die wir unbedingt mit diesem
Motorrad fahren sollen. Echt nett, super!

Wieder in Bari Sardo halten
wir noch an einem Autoteileladen. Und wieder kommt eine, diesmal noch ältere
Dame, zu uns. Jetzt geht es etwas präzieser auf Italienisch. Die Frau gibt sich
alle Mühe und bringt uns nacheinander sämtliche infrage kommenden Ölflaschen, aber
leider auch hier nicht genau das passende Öl.

Da in unserer Kupplung ein
mineralisches Hydrauliköl rein muss, wir aber im Moment synthetisches Motoröl
drin haben, was schlecht für die Dichtungen ist, entscheide ich mich wenigstens
für ein mineralisches Motorenöl. Da geht dann wenigstens nicht noch was kaputt
und sollte halbwegs funktionieren.

Am Weg zum Platz halten wir
noch am Gemüsegeschäft und kaufen ein. Die ganzen Sachen schmecken hier richtig
lecker, auch das Obst ist ein Gedicht!

Angekommen mach ich mich gleich über die
Kupplung her. Nach dem Neubefüllen ist das Ergebnis nicht der Hit, aber es
funktioniert. Kristina wäscht mal wieder ein paar von unseren Klamotten.

Zu Mittag machen wir uns dann
einen leckeren Salat und Ruhen noch ein wenig.

Am Nachmittag gehen wir dann
mal zusammen ins Meer baden.

Für mich zwar schon frisch aber beim schwimmen
ist es echt O.K. Das Wasser ist ein Traum.

Das mit der Kupplung lässt
mir keine Ruhe und ich schaue im Internet nach Alternativen, die
erfahrungsgemäß auch funktionieren. Und siehe da, Gabelöl geht auch! Das ist
bestimmt auch leichter zu bekommen.

Wir sind schon fast fertig
angezogen, um noch mal nach Tortolli zu starten, als die Nachbarn mit ihrer
alten GS 800 zurückkommen. Da die ja mit dem WoMo da sind, hat der vielleicht
auch eine Teilekiste, wie ich sonst, dabei. Fragen kostet ja nix.

Ich gehe rüber, schildere
mein Problem und frage nach Gabelöl. Jürgen dreht sich wortlos um und geht in
sein WoMo. Als er wieder kommt, hält er mir eine original KTM
Kupplungsölflasche hin. “Hier, kannst haben, hatte doch auch mal eine KTM!”

Ich bin hin und weg.
Verspreche die Hilfe mit einem Bier wieder gut zu machen. Aber erst mal wieder
raus aus den Mopedsachen. Kristina muss leider noch ein bisschen warten,
wollten auch noch nach einem T-Shirt als Erinnerungsstück schauen.

Also die ganze Aktion mit dem
Befüllen der Kupplung noch mal. Klappt auch und fühlt sich an wie vorher.
Super!

Danach gehen wir noch auf
einen Cappuccino an die Bar am Platz und holen noch Bier als Dankeschön für
Jürgen. Beim Vorbeibringen quatschen wir noch ein wenig. Jürgen und Marion sind echt nett.
Tauschen auch noch Touren-Tipps aus.

Anschließend machen wir uns
Risotto und dazu Salat. Sitzen noch draußen, lesen Karte und Reiseführer.

Ein schöner, entspannter Tag mit richtig Dusel!